Nannhofen den 30.Mai 2005
Ich
möchte den Freunden und Förderern unserer Kirche in Nannhofen Informationen
über bisherige Renovierungen und bauliche Veränderungen geben. Dazu habe ich
dankenswerterweise Unterlagen und Bilder aus dem Pfarrarchiv, von Marlis Zollbrecht, von Maria Sauer und Maria Wurm zur Einsicht
erhalten.
Dass zu
allen Zeiten an unserer Kirche repariert wurde, bezeugen Unterlagen aus dem
Pfarrarchiv, wenngleich die Unterlagen teilweise nicht so detailiert
vorliegen. Sehr gute und genaue Rechnungen liegen aus dem Jahre 1865 vor.
Geschrieben ist das alles in deutscher Schrift und demzufolge schwer zu
entziffern, ersichtlich ist aber, dass es sich um Maurer-, Zimmermann-,
Schreiner-, Glaser, Maler- und Vergoldungsarbeiten gehandelt hat. Ableiten läßt sich daraus, dass es sich um eine sehr umfangreiche
Reparatur gehandelt hat, zumal der Rechnungsbetrag über 380 Gulden keine
Kleinigkeit war.
In einem
Kostenvoranschlag aus dem Jahr 1854 wird von der Erstellung eines
Blitzableiters durch Balthasar Wildenmather aus
München berichtet und die Genehmigung durch das Königliche Landgericht Bruck
ist daraus ersichtlich. Erneuert wurde der Blitzableiter 1919 von einer Fa.
Resch aus Maisach und dann nochmal im Jahr 1976 durch
die Fa. Ringelstetter aus München.
Die Fa. Hörz aus Ulm hat im Juli 1924 eine neue Turmuhr eingebaut.
Diese Uhr hatte nur 3 Zifferblätter und mechanischen Antrieb, sprich, sie mußte jeden Tag von Hand neu aufgezogen werden.
Schriftverkehr
des Landesamtes für Denkmalpflege, der Regierung von Oberbayern, dem Bezirksamt
Fürstenfeldbruck und dem Archtekten Elsner aus
München aus den Jahren 1928 und 1929 belegt eine geplante Innensanierung der
Kirche. Weitergehende Unterlagen fehlen im Pfarrarchiv, Willi Wurm schreibt in
seiner Chronik: Die Grundflächen der Stuckdecke wurden aquarellfarbig gestaltet
(leider sieht man heute durch die Überweißung von 1960 nur noch leichte
Andeutungen). Die beiden Maler logierten beim Blaslbauern.
Einer starb an einem Herzinfarkt kurz vor der Vollendung der Arbeiten.
Im Herbst
1949 wurde der Kirchturmzwiebel durch den Dachdecker Anton Rosner aus Puch repariert. Gedeckt war der Zwiebel zu dieser Zeit noch
mit Schiefer. Beachtenswert ist die Zeit der Reparatur so kurz nach dem Krieg
und nach der Währungsreform. Die Kosten beliefen sich auf DM 750,-. Die
Glockenweihe am 15. August 1951 durch Pfarrer Martin Bauer hätte man sicherlich
nicht durchgeführt, wenns am Dach „naß rei ganga
wär“.
Im Jahr 1959 hat der
damalige Pfarrer und Geistliche Rat Thomas Führer einen Zuschuss beantragt für
die dringende Reparatur der Nannhofner Kirche innen
und die Sakristei. Bewilligt wurden 1500,- DM vom erzbischöflichen Baubüro. Die
Renovierung angegangen wurde aber erst 1961 nachdem in Nannhofen und Mammendorf
Geld gesammelt wurde. Im Mai 1961 wurden 4 Kirchenfenster je 2 auf der Nord-
und auf der Südseite in Bleiverglasung mit Antikglas weiß von der Glaserei Hess
in Fürstenfeldbruck ausgetauscht. Der zeitliche Ursprung der 2 bemalten Fenster
rechts und links des Altares geht auf das Jahr 1874 zurück und sind von einem Joseph Bockhorni
signiert. (links der hl. Johannes von Nepomuk, rechts der hl. Florian)
Aktennotiz von Pfarrer
Thomas Führer am 3.8.1961:
„Im Laufe des Monats Juni
wurde die Stuckdecke abgekratzt, die schadhaften Stellen erneuert, mehrmals
getüncht und schließlich leicht getönt.
Kosten DM 1800,-. Weiterhin wurden die Figur des hl. Josef und der
Madonna neu gefasst, die Kreuzwegstationen
erneuert, ebenso das Kreuz. Kosten DM 700,-. Ausgeführt von der Kirchenmalerei
Hausch in Fürstenfeldbruck. Die Aussenwände
wurden neu verputzt, ebenso der Turm, das Mauerwerk trockengelegt durch in die
Mauer eingelassene Entlüftungspatronen“.
Im Verputzen der Außenwände
darf man sicherlich nicht die gesamte Wand bis zum Dach hin verstehen, gemeint
ist der untere durchfeuchtete Bereich. Die eingelassenen Entlüftungspatronen
haben ihre Wirkung sicherlich auch verfehlt, nachdem man 1975 immer noch mit
Mauerfeuchtigkeit zu tun hatte.
Nach einer erneuten
Spendensammlung wurde der Altar und die Kanzel 1963
neu marmoriert und vergoldet.
Auf Anordnung vom Ordinariat
wurde der schöne Mosaikfussboden (siehe Plan von 1888 gezeichnet von J. Cadel) durch Tonplatten ersetzt. In der Sakristei ist der
geschliffene Terrazo noch so erhalten wie er in der
Kirche im Gang vorhanden war.
Aus den Unterlagen ist zu
entnehmen, dass der Mosaikfußboden Schäden aufwies. Warum die heutigen
Tonplatten eingebaut wurden, ist in den Archivunterlagen nicht weiter
kommentiert, aber in der Nannhofner Bevölkerung sties diese Maßnahme auf heftigen Protest und bis heute
wird der Tonfussboden als unpassend angesehen.
Die ruinöse Sakristei wurde
1965 neu aufgebaut und statt der zwei sehr schadhaften Fenster ein einziges auf
der Südseite eingefügt mit geradem Fenstersturz, davor war der Fenstersturz als
Segmentbogen geschwungen gemauert. (siehe Plan von Alois Brunetti
vom Juni 1947)
Mit den Renovierungen Anfang
der 60er Jahre war die Kirche innen wieder hergerichtet und außen die
Feuchtigkeitsschäden auch beseitigt, aber schon nach kurzer Zeit kam das
zerstörerische Werk des aufsteigenden Wassers in den Wänden wieder zum
Vorschein. Auf den Fotos von Marlies Zollbrechts
Hochzeit im Jahre 1971 sind schon wieder Putzschäden zu erkennen. Die
Entscheidung, der unansehnlichen Kirche außen ein neues Gesicht zu geben, wurde
dadurch unterstützt, dass der Gemeinde Nannhofen drohte im Zuge der damaligen
Gebietsreform zu Mammendorf zu kommen. Die Gemeinde Nannhofen stellte DM
20.000,- aus der
Gemeindekasse zur
Renovierung ihrer Kirche zur Verfügung. Dies war der Auftakt für eine
umfassende Außenrenovierung mit Einschaltung aller zuständigen Behörden und
Beauftragung des bauleitenden Architekten Hans Nieling aus München.
Begonnen wurden die Arbeiten
im November 1975 mit der Freilegung der Fundamente, dem Einbau einer
Lüftungsdrainage und 2 Kontrollschächten an der Westseite des Turms. Bis zu
dieser Zeit mündete das Regenwasser in Schächten an der Kirche und hat damit
das Fundament unter Wasser gesetzt. Jetzt wurde das Regenwasser mit Tonrohren ca 5 m von der Kirche weg nach Osten in einen 3 m tiefen
Sickerschacht geleitet.
Im Frühjahr 1976 hat die Fa.
Hermetique aus München mit dem Hermetique-Bohrlochverfahren
versucht eine Horizontalsperre in das Mauerwerk einzubringen. Hierzu wurde die
Kirche im unteren Bereich alle 20 cm angebohrt und eine Flüssigkeit
eingepresst, die die Feuchtigkeit am Aufsteigen hindern soll. Leider mit
zweifelhaftem Erfolg wie man an unserer Kirche sieht, die Fa. ist auch kurze
Zeit später in Konkurs gegangen.
Im Bereich der Sakristei hat
man von außen nicht bohren können, hier hat man von innen gebohrt und versäumt
die Löcher zu verputzen, hier sind sie noch sichtbar.
Die Fa. Brunetti
hat das Fundament mit einem Zementspritzwurf verputzt, das freigelegte
Fundament ringsrum mit Kies verfüllt, den Außenputz
von Kirche und Turm abgeschlagen und neu verputzt
Das Dach von Kirche und
Sakristei wurde von der Fa. Franz Schilling von Oberschweinbach mit
Kirchenbiberschwanzziegel eingedeckt.
Die Spenglerarbeiten wurden
von der Fa. Baumann aus Kottgeisering ausgeführt.
(Dachrinnen, Bleche in den Längsseiten des Daches, den Gesimsens
des Turms und der Fensterbleche)
Fa. Niedermeier aus FFB hat
die 3 Zifferblätter aus Kupferblech erneuert und ein viertes angebracht,
Zeiger, Gipfelkreuz und Kugel vergoldet, den Glockenstuhl erneuert und die
Glocken elektrifiziert. Im Zusammenhang mit der Elektrifizierung des Läutwerks
hat man diskutiert, die Zeiger der Uhren tiefer zu setzen, dies wurde aber
wieder fallengelassen, weil Bäume und danebenstehende
Gebäude die Sicht auf die Uhr verdecken würden.
Der bisherige Anstrich der
Kirche von der Fa. Josef Korb aus FFB hat unserer Kirche 30 Jahre lang ein
schönes freundliches Aussehen verliehen, jetzt aber setzt die Witterung der
Westfassade immer mehr zu und ein neuer Anstrich tut not
und würde die darunterliegenden Putzschichten
schützen.
Die Schreinerei Liebsch hat die Schalljalousien für den Turm gefertigt und
eingebaut. Es scheint so, dass sie bis heute noch in Ordnung sind, soweit das
von innen erkennbar ist.
Fa. Xaver Denk aus Obergünzburg hat den
Zwiebelturm mit handgespaltenen Zedernschindeln
eingedeckt. Strittig war, was man als Ersatz für die Schieferplatten verwenden
sollte, man entschied sich gegen Kupferblecheindeckung und für Holzschindeln.
Der Zwiebel wurde aber schon 9 Jahre danach neu eingedeckt, nachdem der Specht
hier große Löcher im Dach hinterlassen hat.
Dem Zwiebeldach nicht gut
getan haben auch die zahlreichen Tauben, die den Turm als Parkplatz benutzt und
ihren Kot darauf hinterlassen haben. Zuhause waren die Tauben im Dachboden des
Schützenheims, die Schützen haben aber die Tauben ausgesperrt und damit auch
ein gutes Werk für den Kirchturm getan, weil die Tauben sich zurückgezogen
haben in Richtung Baywa.
Im April dieses Jahres
wurden die Dachreiter durch die Fa. Dachbau Mammendorf neu vermauert und das
Dachfenster erneuert, weil es hier naß reinging.
Beschlossen wurde auf der
letzten Kirchenverwaltungssitzung am 11. Mai die Kirche zu begasen um dem sehr
erfolgreich wütenden Holzwurm Einhalt zu gebieten.